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Gestern |
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Vorfahren, den Ingenieuren
und Grubenarbeitern, gewidmet,
die es auf sich genommen haben,
trotz mangelnder Kenntnisse
und technischer Mittel, und
unter den damaligen schwierigen
Arbeitsbedingungen, in einer
langen und verzweigten Ablagerung
die reichhaltige Salzader
zu entdecken.
Die Geschichte der Saline
von Bex und ihres Bergwerks
ist direkt mit der im XV.
Jahrhundert erfolgten
Entdeckung von Salzquellen
im Waadtland verbunden. Salz
war damals ein rares und schwierig
zu transportierendes Lebensmittel.
Es bedeutete Profit und Macht
für die Grossen der Welt.
Und weil die Schweizer kein
Salz hatten, befanden sie
sich in einem Abhängigkeitsverhältnis.
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Satirischer
Stich der "Proverbes
de Lagniet",
1657-63 herausgeben, der die
Unterdrückung des Armen durch den Reichen darstellt
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Die Legende
besagt, dass ein junger Hirt
seine Ziegen zum Weiden nach
Panex in der Nähe von Ollon,
und zum "Fondement" oberhalb
von Bex führte. Zum Tränken
bevorzugten seine Tiere ganz
klar das Wasser von zwei Quellen.
Aus Neugier versuchte er das
Wasser und fand es salzig. Daraufhin
hat er einen vollen Kessel zum
Kochen gebracht; als das Wasser
verdampft war fand er am Kesselboden
eine Prise Salz.
Etwas praktischer ausgedrückt
scheint es aber tatsächlich
so gewesen zu sein, dass das
Vieh als grosser Salzliebhaber
gewisse leicht salzhaltige Quellen
auf dem rechten Ufer der Gryonne,
am Ort genannt "Le Fondement",
bevorzugte.
Nachdem die Berner 1475 die
Region erobert hatten, begannen
sie diese salzhaltigen Quellen
durch Verdampfung auszunützen.
Dies geschah indem sie die Sole
in Pfannen auf Holzfeuern zum
Kochen brachten. Dieses Verfahren
wurde während beinahe 200 Jahren
angewendet. |
Hit
mit seinen Ziegen
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1684
- 1823: Abtragungen
Zu Beginn beschränkten sich
die Arbeiten der Salzgewinnung
auf das Erfassen der Quellen.
Nachher grub man Treppen, um
das Wasser weiter unten zu fassen.
Als die Quellen langsam versiegten,
begannen die Bergleute, ab 1680,
Stollen zu graben in der Absicht
ein enormes Salzwasserreservoir,
das sie sich im Berginnern vorstellten,
zu leeren. Ein Labyrinth von
Schächten, Treppen und Stollen
wurde während mehr als einem
Jahrhundert gegraben. Dieses
gigantische Werk wurde mit Hammer
und Meissel realisiert, nachher
mit Schwarzpulver. Nach einer
Mitteilung von 1686 gab es Gerüchte,
wonach zusammen mit den Grubenarbeitern
auch Sträflinge in der Mine
beschäftigt wurden, was zu Spannungen
zwischen den beiden Gruppen
geführt habe. Es scheint, dass
die Präsenz von Gefangenen in
der Mine eine Tatsache war ;
dagegen ist sicher, dass nie
ein Kind dort gearbeitet hat. |
"Cylindre"
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Zwischen
1684 und 1691 wurde
eine Abtragung von grossem
Ausmass realisiert : der Coulat-Stollen.
Die Grabung des Basis-Stollens,
genannt "Principale du Coulat",
begann auf dem linken Ufer
der Gryonne. Ein Tunnel von
700 Metern Länge sollte bis
zum "Cylindre" vorangetrieben
werden. Dabei sollte es sich,
nach Vorstellung der Verantwortlichen
der Mine, um ein die wertvolle
Sole enthaltendes Reservoir
handeln, das sie sich ohne
triftigen Grund zylindrisch
vorstellten.
Um den Vorgang zu beschleunigen
wurde beschlossen eine Treppe
zu graben, um ein Belüftungssystem
zu schaffen. Diese Ausgrabung
nach unten war für die Grubenarbeiter
schwierig und gefährlich zugleich,
denn sie mussten sozusagen unter
ihren Füssen graben und das
beim kümmerlichen Schein der
Oellampen und bei ungenügender
Belüftung. Der Schutt musste
in Rückentragkörben herausgeschafft
werden. In einem horizontalen
Stollen betrug der durchschnittliche
Vortrieb zu dieser Zeit vier
Meter pro Monat, aber wesentlich
weniger für Treppen. Diejenige
des "Coulat", genannt "Escalier
Ruiné", besteht aus 458
Stufen ! |
Beginn
der Grabung des Coulat-Stollens
ausgehend vom Fuss der "Escalier
Ruiné"
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Isaac Gamaliel
de Rovéréa, damaliger Direktor
des Bergwerks, beschloss 1725 eine
noch gewagtere Operation zu
unternehmen. Sein Projekt war
von "Bouillet" aus einen Stollen
zu graben. Eine Distanz von
zwei Kilometern trennte den
Einstichspunkt vom berühmten
"Cylindre". Auch hier wurde
von einer aus 735 Stufen bestehenden
Treppe aus eine zweite Abtragung
vorgenommen. Alarmiert durch
das Ausmass der Arbeiten und
ihre Dauer beschloss die Berner
Regierung die Baustelle zu schliessen.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits
202 Meter des Stollens gegraben
und die "Grand Escalier" war
fertiggestellt. Die Regierung
beharrte auf ihrem Beschluss,
nachdem sie einen sächsischen
Ingenieur, den Baron von Beust,
konsultiert hatte, der vorschlug,
zwei Schächte in Richtung "Cylindre" zu
graben. Diese neuen Versuche
verliefen enttäuschend. Der
Salzgehalt schien abzunehmen.
Die Zukunft des Salzbergwerks
erschien so düster, dass Bern
an eine Schliessung dachte.
Wir sind im Jahre 1768 wo
der Sohn de Rovéréa, auf die
Pläne seines Vaters zurückkommend,
die Mine ein erstes Mal rettet.
Jetzt begreifen die Spezialisten,
dass der "Cylindre" effektiv
aus einer dicken, vertikal verlaufendenen
Schicht von Schiefer und dunklem
Sandstein besteht, deren Form
nichts Zylindrisches hat. Herr
de Rovéréa schlägt vor, dieser
Schicht entlang einen Stollen
voranzutreiben, von dem aus
Querstollen gegraben werden.
Der erste führt zur Entdeckung
einer guten Salzwasserquelle.
Zwei andere Versuche führen
ebenfalls zum Erfolg mit dem
Resultat, die Saline während
mehr als sechzig Jahren mit
Sole versorgen zu können. |
"Rovéréa" Stollen
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| Nach der Ankunft
von Jean de Charpentier werden
die Abtragungsarbeiten am "Bouillet" - Stollen
ab 1811 wieder
aufgenommen. Sie dauern zwölf
Jahre. Ein bedeutendes salzhaltiges
Felsmassiv (die "Coulat"-Tasche)
wird gefunden und eine ganze
Serie von Stollen und zwei Entsalzungshallen
gegraben. Der Abbau der salzhaltigen
Felsstücke erfolgt in unterirdischen, übereinander
liegenden Steinbrüchen. Diese
Brocken wurden dann zu zweit
oder zu dritt zu den Entsalzungs-räumen
transportiert. Hier wurde das
Salz aus dem Felsen ausgelaugt.
Die Sole wurde dann durch ein
Rotationssystem gesättigt. Danach
wurde sie durch eine aus Lärchenholzrohren
bestehende Leitung in die Saline
in Bévieux gebracht. Aber diese
Ausbeutungsmethode war teuer
und benötigte zahlreiches Personal.
Als der Bahn-transport möglich
wurde, war das Salz von Bex
dem ausländischen Salz gegenüber
nicht mehr konkurrenzfähig. |
Beispiel
der Abbauarbeiten von
salzhaltigem Gestein in der
grossen Steinbrüchen
und dessen Transport zu den
Entsalzungshallen
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1823 – 1867
: Ausbeutung in den Entsalzungsräumen
Die Revolution gab dem Waadtland
die Region zurück, aber die
Problematik blieb bestehen.
Im Jahre 1836 wurden
bei Basel grosse, fast reine
Salzvorkommen entdeckt, deren
Abbau viel einfacher ist als
derjenige von Bex. Da sie die
Mine als nicht mehr einträglich
genug beurteilen, denken die
Waadtländer 1865 an
deren Schliessung.
1867 – 1924: Entsalzung
im grossen Stil
Die Bürger von Bex tun sich
spontan zusammen um ihre Industrie
zu retten. Vier von ihnen, die
Herren Grenier, Chappuis-Veillon,
Beauverd und Laurent, gründen
die Compagnie des Mines
et Salines de Bex und
führen eine neue Ausbeutungsmethode
ein. Diese besteht darin, die
existierenden Hallen und Stollen
unter Wasser zu setzen. Das
Wasser infiltriert alles und
verwandelt sich in Sole. Es
genügt danach, diese abzupumpen.
Diese neuen Techniken und die
gleichzeitig stattfindende Modernisierung
der Saline bewirken, dass die
Mine nach und nach rentabel
und die Arbeit leichter wird.
Diese Ruhe dauert allerdings
nur eine gewisse Zeit… |
Porträts
der 4 Gründer der
"Compagnie des Mines et Saline
de Bex" :
Grenier, Chapuis - Veillon,
Beauverd, Laurent
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Um 1877 werden
die Pfannen aufgegeben und durch
eine neue Technik ersetzt :
die Salzherstellung durch Thermokompression.
Dazu wird der sogenannte 'Piccard'-Apparat
verwendet, der in Bex hergestellt
wurde (genannt nach seinem Erfinder,
damals Direktor der Papeterie
von Bex). Dieses im Laufe der
Zeit ständig verbesserte System
wird heute noch in der ganzen
Welt verwendet. Es funktioniert
nach dem gleichen Prinzip wie
die Wärmepumpen. Die Sole wird
durch in Dampfkesseln produzierten
Dampf zum Sieden gebracht. Dann
werden diese Dämpfe komprimiert,
was ihre Temperatur erhöht,
bevor sie zum Verdampfer geleitet
werden, dem sie als Heizung
dienen. All dies spielt sich
in einem geschlossenen Kreislauf
ab.
Dank der Nutzung der durch das
verdunstende Wasser erzeugten
Wärme ermöglichte diese neue
Technik erhebliche Energieeinsparungen.
Zwischen 1867 und 1913 wurde
in den beiden Salzkammern Coulat
und Bouillet 164' 486 Tonnen
Salz abgebaut. Mit Hilfe der
verschiedenen Verfahren hat
sich die Salzproduktion im Laufe
eines Jahrhunderts verzehnfacht,
wogegen der Energieverbrauch
um mehr als das Zehnfache reduziert
werden konnte.
1917
Ein wichtiges Vorkommnis kennzeichnet
das Jahr : Die Société Vaudoise
des Mines et Saline de Bex ersetzt
die vorherige Firma. Der Kanton
erhält die Hälfte des Aktienkapitals
und erneuert die Konzession
bis zum 31. Dezember 1969. |
Salzherstellung
durch Thermokompression
dank dem "Piccard"-Apparat
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Ab
1924: Bohrungen
Das Erscheinen der Bohrmaschinen
auf dem Markt erlaubt die Mine
ein weiteres Mal zu retten.
Zuerst nur für die Suche nach
Salzvorkommen eingesetzt, haben
die Bohrungen gegen 1960 ermöglicht,
durch direktes Einspritzen von
Quellwasser das im Felsen vorhandene
Salz auszulaugen; diese Technik
ist noch heute im Einsatz.
Das Salzbergwerk von Bex ist
von durch Grubengas verursachten
Unglücksfällen nicht verschont
geblieben. Heute verfügen
wir über effiziente Mittel,
die uns erlauben, die Präsenz
dieses geruchlosen und gefährlichen
Gases, das durch den kleinsten
Funken zur Explosion gebracht
werden kann, rechtzeitig festzustellen. |
Bohrungen
zum Einspritzen von Quellwasser
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Im Jahre 1943 haben
wir die elektrische Zentrale
in der Saline in Betrieb genommen.
Die Kommerzialisierung des
Salzes lag lange in den Händen
des Kantons Waadt. Erst im Jahre 1997 hat
dieser sowohl diese Aufgabe
als auch das Erheben des Salzregals
(Salzsteuer) an die Société Vaudoise
des Mines et Salines de Bex übertragen.
2002
Das Unternehmen wechselt seinen
Namen und heisst fortan Saline
de Bex SA. Über Jahrhunderte
an den Tag gelegte Beharrlichkeit,
Kreativität und Mut der Mitarbeiter
ermöglichen unserem Kanton auch
heute noch, seinen Bedarf an
Salz selber decken zu können. |
Unsere
Spezialitäten
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